
Freiräume schaffen, Selbsthilfe und Vernetzung
stärken, zwischen Kulturen vermitteln, Konfliktkultur fördern, das
ist ein großer Teil des Alltags eines soziokulturellen Zentrums.
Soziokultur ist die Kultur des Zusammenlebens. Überall, wo Menschen sich
füreinander interessieren, sich umeinander kümmern, gemeinsame Interessen
verfolgen, dort ist Soziokultur.
Aber eine gute Idee braucht auch Unterstützung:
einen Raum, eine Infrastruktur. Dann können zum Beispiel Jugendliche,
die lieber zusammen Basketball spielen, als auf der Straße rumzuhängen,
eine Turnhalle dafür finden. Dann können Eltern einen Spieletreff
aufbauen, Theaterbegeisterte ihr Stück aufführen und Selbsthilfegruppen
gemeinsam Probleme anpacken.
Zur Entstehungsgeschichte:
"1979 beschlossen einige Einzelzentren,
unter ihnen die BÖRSE (Wuppertal), die LAGERHALLE (Osnabrück), das
KOMM (Nürnberg) und der PAVILLON (Hannover), in Wilhelmshaven die
"Bundesvereinigung sozio-kultureller
Zentren e.V." ins Leben zu rufen.
Die Etablierung einer überregionalen
Plattform schien angesichts der zahlreichen kommunalpolitischen Ressentiments
gegen diese neue Form von Kultureinrichtungen dringend geboten.
Denn anders als später die Zentren in den Ost-Bundesländern galten
die westdeutschen Initiativen vielfach als "Schmuddelkinder" der
Kulturszene und hatten vor allem in den Anfangsjahren mit massiven Abwehrreaktionen
zu kämpfen.
Erst später wurden auch Zusammenschlüsse
auf Länderebene angestrebt. Die so entstandenen Landesarbeitsgemeinschaften
gewannen aufgrund der föderalen Struktur der Bundesrepublik und der sprunghaften
Zunahme von Zentrumsgründungen schnell an Einfluss und Stärke, so
dass die Bundesebene zeitweise in den Hintergrund trat..."
(aus: Bundesvereinigung soziokultureller Zentren e.V., S.19)
Im April 1986 wurde die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Bayern e.V. gegründet. Bis Januar 2004 wurde sie, abgesehen von einer zweijährigen ABM-Maßnahme von Dezember 1994 bis November 1996 - vom Vorstand ehrenamtlich geführt.
Die LAG Bayern erhält keinen Euro an Zuschuss. Weder von öffentlicher Seite noch von privater. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch die Beiträge der Mitgliedszentren.